Neues im Vestibül: Wiener Küche bis spät im Burgtheater - Schank & Tafel im Fokus (2026)

Das Burgtheater, eine Institution mit einer 250-jährigen Geschichte, feiert nicht nur seinen eigenen Geburtstag, sondern auch das 25-jährige Bestehen seines Restaurants Vestibül. Um jung und dynamisch zu bleiben, haben sich die Chefin Veronika Doppler und Küchenchef Christoph Schuch etwas Besonderes einfallen lassen. Sie teilen das Restaurant in zwei Bereiche auf: "Schank" und "Tafel", jeder mit seiner eigenen Karte und Atmosphäre.

Was mich persönlich an dieser Umstrukturierung fasziniert, ist die Idee, das Vestibül für ein breiteres Publikum zugänglich zu machen. Indem man die Öffnungszeiten verlängert und den Tagesbetrieb abschafft, richtet man sich an Gäste, die nach der Arbeit oder einem Theaterbesuch noch einen gemütlichen Abend verbringen möchten.

Der Eingangsbereich, nun "Schank" genannt, lädt mit einem Achterl Wein und kleinen Wiener Spezialitäten ein, ohne Reservierung. Hier kann man sich wie ein Einheimischer fühlen und die leichte Küche genießen. Im Marmorsaal, der "Tafel", erwartet die Gäste ein gesetzteres Abendessen, perfekt für einen besonderen Anlass.

Was viele nicht wissen, ist, dass die traditionelle Wiener Küche oft als schwer und fettig wahrgenommen wird. Doch Schuch und sein Team beweisen, dass man diese Gerichte modern interpretieren und leichter gestalten kann. So nimmt man der Küche ihre Schwere, ohne die traditionellen Aromen zu verlieren. Ein Beispiel dafür ist das Szegediner Hummerkrautfleisch, das auf der Karte bleibt, aber auch neue, leichte Kreationen wie das Wiener Backfleisch auf Gemüse-Mayonnaise werden angeboten.

Ein Highlight ist die hausgemachte Pasta, insbesondere die Spaghetti mit Bottarga. Bottarga, getrockneter Fischrogen, wird hier wienerisch interpretiert und mit Lachsforellenrogen zubereitet. Vor den Augen der Gäste wird die Bottarga über die Spaghetti gerieben, ein einfaches, aber geschmackvolles Erlebnis.

Die Weinkarte wurde ebenfalls überarbeitet und bietet nun "freundliche Weine" zu fairen Preisen. Ein Achterl Grüner Veltliner von Wieninger für 4,50 Euro ist ein guter Start, und die Flaschenpreise sind mit durchschnittlich 40 Euro sehr attraktiv.

Insgesamt ist diese Umstrukturierung des Vestibül ein mutiger Schritt, um das Restaurant für eine neue Generation von Gästen attraktiv zu machen, ohne seine Wurzeln zu vergessen. Es ist eine gelungene Balance zwischen Tradition und Moderne, die ich persönlich sehr schätze.

Wenn man einen Schritt zurücktritt und die Entwicklung des Vestibül betrachtet, sieht man, wie sich die Wiener Gastronomie weiterentwickelt und an die Bedürfnisse der modernen Gesellschaft anpasst. Es ist ein spannender Prozess, der zeigt, dass Tradition und Innovation Hand in Hand gehen können.

Neues im Vestibül: Wiener Küche bis spät im Burgtheater - Schank & Tafel im Fokus (2026)

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Author: Lidia Grady

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